Majolika-Stiftung für Kunst- und Kulturförderung Karlsruhe

Eine Künstlerin arbeitet von einem Gerüst aus an einer großformatigen Wandkeramik in Blau, Gelb und Rot.

Die Majolika-Stiftung für Kunst- und Kulturförderung wurde am 11. August 2011 errichtet.

Das Ziel der Majolika-Stiftung war es, freischaffende Künstlerinnen und Künstler bei der Herstellung von Kunstkeramik zu fördern, historische keramische Produktionsverfahren, Formen und Glasuren zu bewahren und neue zu entwickeln.

Heller Ausstellungsraum mit dem Schriftzug „Majolika – Kunst in Keramik“ an der Stirnwand, davor Keramikfiguren und farbige Vasen auf weißen Sockeln.
Zwei figürliche Keramiktrophäen des Deutschen Medienpreises in einer Vitrine, daneben eine Tafel mit der Liste der Preisträger.

Die Majolika-Stiftung erwarb alle Anteile der Staatliche Majolika-Manufaktur Karlsruhe GmbH und wurde so zu deren Eigentümerin. Die Stiftung setzte sich das Ziel, die Fortführung der Produktion der Majolika Manufaktur zu ermöglichen.

Die Staatliche Majolika-Manufaktur in Karlsruhe war lange Zeit ein kultureller Leuchtturm der Fächerstadt. Gegründet wurde die traditionsreiche, hoch angesehene Kunstwerkstatt der ehemaligen badischen Residenz 1901 von Großherzog Friedrich I. Die künstlerischen Initiatoren waren Hans Thoma und Wilhelm Süs.

Brunnen auf einem Quartiersplatz: Auf einer Stele aus Edelstahl sitzen bunte Keramikvögel, dahinter Wohnhäuser mit Balkonen.
Fünf Rehkitz-Figuren der Majolika in Gold, Orange, Rot, Blau und Mintgrün stehen nebeneinander auf einer Holzkiste.

In ihrer Geschichte erlebte „die Majolika“, wie die Karlsruher sie liebevoll nennen, überaus glanzvolle Zeiten. Ihre unverwechselbaren Produkte mit dem einprägsamen Gütezeichen (badisches Wappenschild mit großherzoglicher Krone und doppeltem M) waren schon sehr bald in aller Welt gefragt und geschätzt. Auf der Weltausstellung 1904 in St. Louis (USA) wurde die Majolika mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Doch neben den erfreulichen Erfolgsphasen gab es auch schmerzliche Abschwünge und Tiefpunkte. Wiederholt wurde die Gesellschaftsform geändert, mal Aktiengesellschaft, mal Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

Luftbild des Majolika-Areals im Karlsruher Hardtwald: das langgestreckte Manufakturgebäude mit rotem Ziegeldach, Wasserturm und Schornstein, ringsum herbstlicher Wald.
Jürgen Rösner

Immer wieder wechselte der Eigentümer. Die wirtschaftliche Lage der Kunstmanufaktur entwickelte sich zunehmend kritisch, die Marktpositionierung wurde immer schwieriger, so dass die Stiftung den Produktionsbetrieb nicht mehr aufrechterhalten konnte. Die Stiftung verkaufte am 30. September 2022 ihre Gesellschafteranteile an die Gröner Group, die eine Fortführung der Produktion ermöglichen sollte.

Auch die Gröner Group konnte die Abwärtsspirale nicht stoppen, so dass sie im November 2025 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Staatliche Majolika Manufaktur Karlsruhe gGmbH eröffnet hat und die Produktionsstätte endgültig geschlossen wurde.

Unabhängig davon ist die Majolika-Stiftung weiter daran interessiert, junge Künstlerinnen und Künstler, die mit Keramik arbeiten, zu unterstützen, um auf diese Weise die Erinnerung an den ehemaligen Majolika-Standort wach zu halten.

Auch die Ausstellung im Majolika-Museum im Ahaweg, unweit des ehemaligen Produktionsgebäudes der Majolika Manufaktur gelegen, vermittelt mit ca. 1.000 Exponaten einen Querschnitt der über 100-jährigen Produktionsgeschichte der Majolika Manufaktur.

Das Majolika-Museum im Ahaweg: ein hellgelbes Gebäude mit Vordach auf Keramiksäulen, davor Bäume und Sträucher.
Keramische Litfaßsäule vor dem Museumseingang mit dem Plakat „Majolika-Manufaktur Karlsruhe“.

Im Generallandesarchiv in der Nördliche Hildapromenade 3 in Karlsruhe befindet sich das komplette Archiv der Majolika. In Hunderten von Faszikeln, Mappen, Kisten, Kästen, Schachteln und Ordnern schlummern die Dokumente der Majolika, die bis zu etwa 70 % dokumentarisch erfasst sind.

Wenn Sie Fragen zur Geschichte der Majolika Manufaktur oder zu einzelnen Objekten haben, die in der Karlsruher Manufaktur entstanden sind, so wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle der Stiftung:

Majolika-Stiftung für Kunst- und Kulturförderung Karlsruhe
Dezernat 2, Rathaus
Karl-Friedrich-Straße 10
76133 Karlsruhe

Geschäftsstelle
Ursula Voboril
Telefon +49 1515 40 69 913
E-Mail: info@majolika-stiftung.de

Die Stiftungsorgane der Stiftung bestehen aus folgenden Personen:

Vorstand

  • Klaus Lindemann

Stiftungsrat

  • Klaus-Dieter Rohlfs (Vorsitzender)
  • Professor Edgar Bohn (stellv. Vorsitzender)
  • Rigo Fay
  • Dr. Dipl.-Ing. Gottfried Greschner
  • Dr. Albert Käuflein, Bürgermeister
  • Andreas Lorenz