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Keramikpreis 2012 der Majolika-Stiftung für Kunst- und Kulturförderung.

Die Preisträgerinnen: Elvira Bach und Anna Lea Hucht.

Zum ersten Mal vergab in diesem Jahr die Majolika-Stiftung für Kunst- und Kulturförderung ihren neu geschaffenen Keramik-Preis. Damit werden Künstlerinnen und Künstler ausgezeichnet, in deren Schaffen keramische Arbeiten einen besonderen Stellenwert einnehmen. 
Erste Preisträgerin ist die international renommierte, in Berlin ansässige Künstlerin Elvira Bach. Den diesjährigen Majolika-Förderpreis erhielt die Künstlerin Anna Lea Hucht. Auch sie lebt und arbeitet in Berlin.

Die Preisverleihung fand am 8. November 2012 in der Majolika Manufaktur statt. Die Laudatio hielt der Vorsitzende des Majolika-Kuratoriums Professor Dr. Klaus Gallwitz. Der Keramik-Preis der Majolika-Stiftung ist mit 5.000 €, der Majolika-Förderpreis mit 2.500 € dotiert.

Nicht in einem stilvoll dekorierten, blumengeschmückten Festsaal, sondern in der eher profanen Produktionshalle im Erdgeschoss der Majolika Manufaktur fand die Preisverleihung statt. Das ungewöhnliche Ambiente hatte seinen besonderen Reiz und war von der Majolika-Stiftung bewusst gewählt worden. Man wollte zeigen, wo die wunderschönen Majolika-Arbeiten entstehen. Die in Deutschland einzigartige Karlsruher Keramik-Kunst-Werkstatt sollte gewissermaßen optisch und emotional erfahrbar gemacht werden. Gerade auch an diesem Abend.
Zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur nahmen an der Veranstaltung teil. Unter ihnen die ehemalige Regierungspräsidentin und Ehrenbürgerin der Stadt Karlsruhe Gerlinde Hämmerle, Stadtrat Dr. Albert Käuflein, Stadtkämmerer Torsten Dollinger, Stadtrechtsdirektor Peter Hebel, der Leiter des Stadtarchivs Dr. Ernst Otto Bräunche, die Majolika Künstlerinnen Hannelore Langhans, Sybille Onnen, Eva Schaeuble und Franziska Schemel, der Vorsitzende des Stiftungsrats der Majolika-Stiftung Ehrensenator Wolfgang Eichler, der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Majolika GmbH Klaus-Dieter Rohlfs sowie der Geschäftsführer der Majolika GmbH Dr. Dieter Kistner.
Als Überraschungsgäste konnte der Vorstand der Stiftung Klaus Lindemann Seine Königliche Hoheit Prinz Michael von Preußen und seine Gattin Prinzessin Brigitta von Preußen begrüßen.
Prinz Michael ist ein Urenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. Zu ihm hat die Majolika eine ganz besondere historische Beziehung, gehörte doch der Kaiser zu den allerersten Auftraggebern der 1901 von Großherzog Friedrich I. gegründeten Karlsruher Majolika Manufaktur. Der Auftrag beinhaltete damals die künstlerische Ausgestaltung der Königskammer im Königlichen Schloss zu Berlin - ein  schönes Vorzeigeobjekt.
Danach begann die Erfolgsgeschichte der Majolika. Überall in der Welt waren künstlerische Keramik-Arbeiten aus der Karlsruher Manufaktur gefragt, in Palästen, Kaufhäusern, Bädern, Rathäusern, Schulen, U-Bahn-Stationen, Hotels, Gärten, Privathäusern sogar auf Schiffen. Nahezu alle bedeutenden Künstler jener Zeit arbeiteten für die Karlsruher Keramik-Kunstwerkstatt. Das waren die "goldenen Zeiten" der Majolika.
Nur wenige Jahre nach Gründung der Karlsruher Majolika Manufaktur etablierte der Kaiser übrigens unweit seiner Sommerresidenz im ostpreußischen Cadinen eine eigene Keramik-Werkstatt, die in einen spannenden künstlerischen Wettbewerb mit der Karlsruher Majolika trat. Die einstige kaiserliche Werkstatt besteht im Gegensatz zur Karlsruher Majolika heute nicht mehr. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg still gelegt.
Prinz Michael von Preußen hat den damals florierenden Betrieb noch kennen gelernt. Er verbrachte einige Lebensjahre auf dem Gut seines Urgroßvaters in Cadinen, das in der Nähe der Danziger Bucht liegt. Prinz Michael und Stiftungsvorstand Klaus Lindemann kennen sich seit vielen Jahren und sind freundschaftlich verbunden.
Prinz Michael und Prinzessin Brigitta, die zum ersten Mal die Majolika besuchten, waren von der Arbeiten der Preisträgerinnen sehr angetan und vertieften ihr Interessse für die Keramik-Kunst im Gespräch mit den Künstlerinnen.

Den Keramik-Preis 2012 der Majolika-Stiftung für Kunst- und Kulturförderung erhielt die Künstlerin Elvira Bach.

In seiner Laudatio hob der Vorsitzende des Kuratoriums der Majolika-Stiftung Professor Dr. Klaus Gallwitz die besondere Bedeutung der Keramik-Arbeiten im Werk der beiden Preisträgerinnen hervor. 

Elvira Bach charakterisierte er so:
"Sie kommt vom Fach. Das Handwerk ist ihr vertraut wie die Malerei, die Herstellung von Glasfenstern und die Keramik. Das Sujet bleibt konstant: Immer ich. Das ist ihr Zentrum, seit sie von Rudi Fuchs 1982 auf die "Documenta" in Kassel geholt wurde. Pumps an den Füßen, ein Spiegel in der Hand, oder nackt auf dem Schlitten über die Schneemänner. Eine Wochenarbeit in der Majolika - schon ist die Ausstellung zur Preisverleihung am 8. November 2012 fertig, frisch aus dem Ofen. Die Glasuren sitzen. Eine Künstlerin, die weiß, was sie will und kann."

 

Den Keramik Förderpreis 2012 der Majolika-Stiftung für Kunst- und Kulturförderung erhielt die Künstlerin Anna Lea Hucht.

Zu Anna Lea Hucht sagte Laudator Professor Dr. Klaus Gallwitz:
"Sie kommt von der Karlsruher Kunstakademie, lebt in Berlin und möchte wieder in der Majolika arbeiten. Selbständig Vasen aufbauen, Köpfe und Körper bilden. Sie stellt in der Galerie Meyer-Riegger aus, die in Karlsruhe und Berlin arbeitet. Von da aus ist es nur ein kleiner Schritt in die Produktion, in die Werkstätten, in die Brennerei, in die große Tradition der Majolika. Sie erhielt den ersten Förderpreis der Stiftung Majolika. In der Ausstellung stehen zwei selbst aufgebaute Augenvasen, eine davon ist in Karlruher Museumsbesitz."

 

Fotografische Impressionen von der Preisverleihung 2012 in den Produktionsräumen der Majolika Manufaktur

 

von Anne Kup